Public Value bezeichnet den gesellschaftlichen Mehrwert, den Organisationen, Institutionen oder Projekte für das Gemeinwohl schaffen.
Der Begriff fragt nicht primär nach wirtschaftlichem Erfolg, sondern danach, welchen Beitrag ein Handeln für das Zusammenleben in einer Gesellschaft leistet – etwa für Sicherheit, Bildung, Gesundheit, Teilhabe, Vertrauen, Zusammenhalt oder demokratische Kultur.
Geprägt wurde das Konzept Mitte der 1990er-Jahre durch den Harvard-Verwaltungswissenschaftler Mark H. Moore. In seinem Werk Creating Public Value (1995) beschreibt er Public Value als den Maßstab, an dem sich der Erfolg öffentlicher Institutionen messen lassen sollte: Entscheidend ist, ob ihr Handeln einen nachhaltigen Nutzen für die Öffentlichkeit stiftet.
Im deutschsprachigen Raum wurde der Ansatz insbesondere durch Timo Meynhardt weiterentwickelt. Er versteht Public Value als den Wert, den Menschen einer Organisation oder ihrem Handeln für das Gemeinwesen zuschreiben. Public Value entsteht demnach dort, wo Leistungen nicht nur wirksam sind, sondern von der Gesellschaft auch als wertvoll und gemeinwohlfördernd wahrgenommen werden.
Der Public-Value-Ansatz wird von namhaften Organisationen und Institutionen genutzt, um ihren gesellschaftlichen Mehrwert sichtbar zu machen.
Die BBC und das ZDF bewerten beispielsweise ihren Beitrag für Information, Bildung und demokratische Meinungsbildung. Die Sparkassen-Finanzgruppe betrachtet ihren Nutzen für regionale Entwicklung und gesellschaftliches Engagement. Im Sport hat der FC Bayern München untersucht, welchen Wert der Verein für Identität, Zusammenhalt und Gemeinschaft stiftet – über sportlichen Erfolg hinaus.